Medinow

Sertralin: Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen

Sertralin ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Angewendet wird es vor allem bei Depression und bei Angststörungen. In Österreich ist Sertralin rezeptpflichtig, jede Apotheke gibt es ausschließlich gegen eine ärztliche Verordnung ab. Dieser Text erklärt Wirkung, Einnahme, Nebenwirkungen und die Frage der Folgeverordnung. Er ersetzt weder das Gespräch in einer Ordination noch die Gebrauchsinformation Ihrer Packung.

Wofür wird Sertralin angewendet?

Sertralin wird zur Behandlung depressiver Episoden und von Angsterkrankungen eingesetzt, unter anderem bei Panikstörung, sozialer Angststörung, Zwangsstörung und posttraumatischer Belastungsstörung. Welche dieser Anwendungsgebiete für ein konkretes Präparat zugelassen sind, steht in der Fachinformation der jeweiligen Arzneispezialität im Register des BASG.

Als SSRI greift Sertralin in den Serotoninhaushalt im Gehirn ein: Es hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin in die Nervenzelle, wodurch mehr davon im synaptischen Spalt verfügbar bleibt. Diese Veränderung tritt pharmakologisch rasch ein, die klinische Besserung von Stimmung, Antrieb und Angst dagegen erst deutlich später, üblicherweise nach mehreren Wochen regelmäßiger Einnahme.

Daraus folgt der wichtigste praktische Punkt: Sertralin ist kein Bedarfsmedikament. Es wirkt nicht in der akuten Anspannung und nicht bei einzelner Einnahme. Die Entscheidung für eine solche Behandlung, die Wahl des Wirkstoffs und die Dauer gehören in ärztliche Hand, weil dabei Vorerkrankungen, weitere Arzneimittel und der bisherige Verlauf zusammengeführt werden müssen.

Welche Nebenwirkungen hat Sertralin?

Am häufigsten treten Beschwerden des Magen-Darm-Trakts sowie Unruhe und Schlafveränderungen auf: Übelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwitzen, Schlaflosigkeit oder umgekehrt Müdigkeit. Viele dieser Beschwerden sind in den ersten Behandlungswochen am stärksten und nehmen danach ab. Auch sexuelle Funktionsstörungen sind bekannt und werden von Betroffenen oft erst spät angesprochen.

Besonders wichtig ist ein Sicherheitshinweis, der für Antidepressiva insgesamt gilt: In den ersten Wochen einer Behandlung und nach jeder Dosisänderung können Unruhe, Angst und Gedanken an Selbstverletzung vorübergehend zunehmen, am deutlichsten bei Menschen vor dem 25. Lebensjahr. In dieser Phase ist eine engmaschige ärztliche Begleitung nötig, und Angehörige sollten wissen, worauf sie achten.

Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei Hautausschlag mit Blasenbildung, bei ungewöhnlichen Blutungen oder blauen Flecken, bei Krampfanfällen sowie bei einer Kombination aus Fieber, Muskelzucken, Verwirrtheit und starkem Schwitzen, die auf ein Serotoninsyndrom hinweisen kann. Außerhalb der Ordinationszeiten wenden Sie sich an die Ambulanz eines Spitals. Eine vollständige Aufzählung mit Häufigkeitsangaben steht ausschließlich in der Gebrauchsinformation Ihrer Packung.

Dosierung und Einnahme

Die Dosierung legt immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell fest; sie steht auf dem Rezept und in der Fachinformation des konkreten Präparats. Üblich ist ein einschleichender Beginn mit einer niedrigen Dosis, die bei Bedarf schrittweise angepasst wird. Nehmen Sie die Tablette täglich etwa zur selben Zeit mit ausreichend Wasser ein, unabhängig davon, ob Sie an diesem Tag Beschwerden verspüren.

Weil die Wirkung erst nach Wochen beurteilbar ist, ist Durchhalten in der Anfangsphase entscheidend. Setzen Sie Sertralin nicht eigenmächtig ab: Ein abruptes Ende kann Absetzsymptome wie Schwindel, Missempfindungen, Schlafstörungen oder Reizbarkeit auslösen. Das Ausschleichen wird deshalb ärztlich geplant.

Eine vergessene Einnahme wird nicht durch eine doppelte Dosis ersetzt, sondern ausgelassen; die nächste Einnahme erfolgt zum gewohnten Zeitpunkt. Wenn Sie den Eindruck haben, dass die gewählte Dosis nicht passt oder Nebenwirkungen den Alltag bestimmen, ist das ein Grund für ein ärztliches Gespräch, nicht für eine eigenmächtige Änderung.

Ist Sertralin in Österreich rezeptpflichtig?

Ja. Sertralin ist in Österreich rezeptpflichtig und wird in jeder Apotheke ausschließlich gegen eine gültige ärztliche Verordnung abgegeben. Rezeptfrei ist der Wirkstoff nicht erhältlich, weder in der Apotheke noch legal über das Internet. Angebote, die Sertralin ohne Verordnung versprechen, sind nicht seriös.

Wichtig für die Beurteilung solcher Angebote: Der Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel nach Österreich ist nach § 59 Abs. 8 Arzneimittelgesetz verboten und strafbar, und zwar auch für Apotheken aus dem Ausland. Wer ein rezeptpflichtiges Medikament per Post ins Haus geliefert bekommt, befindet sich außerhalb des legalen Vertriebswegs. Versendet werden dürfen nur rezeptfreie Arzneimittel, und das nur durch Apotheken von der öffentlichen Liste des BASG.

Sertralin gehört nicht zu den Suchtgiften. Es fällt damit nicht unter jene Wirkstoffgruppen, die vom grenzüberschreitenden Rezeptweg ausgeschlossen sind. Ein in einem anderen EU-Staat ausgestelltes Rezept wird in Österreich als Privatrezept behandelt.

Warum wir Sertralin derzeit nicht online beurteilen

Wir beurteilen Antidepressiva derzeit nicht online, auch nicht zur Fortführung einer bereits eingestellten Therapie. Auf dieser Seite gibt es deshalb nichts zu bestellen, und es fallen bei uns keine Kosten an. Der Grund liegt in der Art unserer Leistung: Sie füllen einen schriftlichen Fragebogen aus, den eine Ärztin oder ein Arzt getrennt beurteilt - ohne Videosprechstunde und ohne Telefontermin. Bei einem Arzneimittel, dessen Dosis an Stimmung, Schlaf und Verträglichkeit angepasst wird, gehört diese Anpassung in die Hände einer Ärztin oder eines Arztes, die Sie kennt und mit Ihnen sprechen kann. Eine Ersteinstellung gehört ohnehin nicht in ein Formular.

Wenn Ihre Packung Sertralin zur Neige geht, wenden Sie sich rechtzeitig an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt oder an die Praxis, die Sie behandelt, und setzen Sie das Arzneimittel nicht eigenmächtig ab: abruptes Absetzen kann Absetzsymptome auslösen. Bei akuter Verschlechterung oder Suizidgedanken wenden Sie sich sofort an Ihre Hausarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst, in Notfällen an 112.

Preis und Erstattung in Österreich

Was Sertralin in der Apotheke kostet, hängt davon ab, ob das Präparat über die Sozialversicherung oder auf Privatrezept abgegeben wird. Bei Abgabe auf Kassenrezept zahlen Sie pro Packung die Rezeptgebühr; ihre Höhe wird jährlich neu festgesetzt und vom Dachverband der Sozialversicherungsträger veröffentlicht. Für die Abgabe legen Sie Ihre e-card vor.

Ob ein bestimmtes Sertralin-Präparat erstattet wird, ergibt sich aus dem Erstattungskodex. Dieser unterscheidet mehrere Boxen; ein Teil der Arzneimittel ist frei verschreibbar, ein anderer erst nach vorheriger Bewilligung durch den chef- und kontrollärztlichen Dienst. Die aktuelle Einstufung ist über die Sozialversicherung abrufbar und ändert sich laufend, weshalb hier bewusst keine Beträge genannt werden. Über eine mögliche Befreiung von der Rezeptgebühr informiert Ihr Versicherungsträger.

Auf Privatrezept tragen Sie den Apothekenverkaufspreis selbst. Er unterscheidet sich zwischen Herstellern und Packungsgrößen; verbindliche Auskunft gibt Ihnen jede Apotheke. Das Entgelt für eine ärztliche Beurteilung bei MEDINOW ist davon vollständig getrennt und enthält kein Arzneimittel.

Wechselwirkungen und Alkohol

Alkohol wird während einer Behandlung mit Sertralin nicht empfohlen. Beide wirken auf das zentrale Nervensystem, sodass Müdigkeit, eingeschränkte Aufmerksamkeit und Schwindel verstärkt werden können; außerdem verschlechtert regelmäßiger Alkoholkonsum den Verlauf depressiver Erkrankungen unabhängig von der Medikation.

Relevante Wechselwirkungen bestehen mit anderen Arzneimitteln, die den Serotoninhaushalt beeinflussen, darunter weitere Antidepressiva, bestimmte Migränemittel und Johanniskraut. Die Kombination erhöht das Risiko eines Serotoninsyndroms. Mit MAO-Hemmern darf Sertralin nicht kombiniert werden; zwischen beiden Behandlungen sind ärztlich festgelegte Abstände einzuhalten.

Erhöhte Aufmerksamkeit gilt zudem bei Arzneimitteln, die die Blutgerinnung beeinflussen, etwa gerinnungshemmenden Mitteln und entzündungshemmenden Schmerzmitteln, weil die Blutungsneigung steigen kann. Sagen Sie deshalb bei jeder Verordnung, welche rezeptpflichtigen und rezeptfreien Präparate sowie Nahrungsergänzungsmittel Sie einnehmen, auch pflanzliche. Diese Aufzählung ist nicht vollständig und ersetzt die Gebrauchsinformation nicht.

Gegenanzeigen

Sertralin darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile sowie in Kombination mit MAO-Hemmern und mit Pimozid. Auch die gleichzeitige Anwendung mit bestimmten weiteren Arzneimitteln ist ausgeschlossen; die vollständige Liste steht in der Fachinformation des jeweiligen Präparats.

Besondere Vorsicht ist unter anderem geboten bei Epilepsie oder Krampfanfällen in der Vorgeschichte, bei manischen Episoden oder bipolarer Erkrankung, bei Leber- oder Nierenerkrankungen, bei bekannter Blutungsneigung, bei Engwinkelglaukom sowie bei Störungen des Salzhaushalts. Diese Umstände bedeuten nicht automatisch, dass eine Behandlung ausgeschlossen ist, sie müssen aber vor der Verordnung bekannt sein.

Genau darauf zielen die Fragen im medizinischen Fragebogen ab. Unvollständige oder beschönigende Angaben führen nicht zu einer rascheren Bearbeitung, sondern zu Rückfragen oder zur Ablehnung.

Generikum und Originalpräparat

Sertralin ist in Österreich als Generikum mehrerer Hersteller zugelassen; der Wirkstoff ist derselbe wie im ursprünglichen Originalpräparat. Ein Generikum muss der Referenz in Wirkstoffmenge und Bioverfügbarkeit entsprechen. Unterscheiden können sich Hilfsstoffe, Tablettenform, Bruchrille und Packungsgröße.

Welche Präparate aktuell zugelassen sind, zeigt das Arzneispezialitätenregister des BASG. In der Apotheke kann es im Rahmen der geltenden Abgaberegeln vorkommen, dass Sie ein wirkstoffgleiches Präparat eines anderen Herstellers erhalten als beim letzten Mal: andere Farbe, andere Schachtel, gleicher Wirkstoff.

Wenn Sie auf ein bestimmtes Präparat eingestellt sind und einen Wechsel vermeiden möchten, sprechen Sie das vor der Ausstellung der Verordnung an. Bei bekannter Unverträglichkeit gegen einen Hilfsstoff ist dieser Hinweis medizinisch relevant und gehört in den Fragebogen.

Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit darf Sertralin nur nach ausdrücklicher ärztlicher Abwägung angewendet werden. Weder ein pauschales Verbot noch eine pauschale Unbedenklichkeit trifft zu: Abgewogen werden das Risiko der unbehandelten Erkrankung für Mutter und Kind gegen die möglichen Risiken der Medikation, unter anderem Anpassungsstörungen des Neugeborenen nach Anwendung im letzten Schwangerschaftsdrittel.

Wichtig ist deshalb, eine bestehende Behandlung bei eingetretener oder geplanter Schwangerschaft nicht eigenmächtig abzubrechen. Ein abruptes Absetzen kann einen Rückfall auslösen, der seinerseits ein Risiko darstellt. Die Entscheidung trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt gemeinsam mit Ihnen.

MEDINOW stellt in dieser Situation keine Verordnung im Fragebogenverfahren aus. Schwangerschaft, geplante Schwangerschaft und Stillzeit gehören in die persönliche Betreuung vor Ort.

Gebrauchsinformation und geprüftes Arzneimittelregister

Die verbindliche Gebrauchsinformation liegt jeder Packung bei und ist außerdem online abrufbar. In Österreich führt das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen gemeinsam mit der AGES Medizinmarktaufsicht das Arzneispezialitätenregister; dort finden Sie zu jedem zugelassenen Präparat die aktuelle Gebrauchs- und Fachinformation. Maßgeblich ist immer der Text zu genau jener Packung, die Sie in Händen halten.

Dieser Artikel fasst allgemeine Informationen zusammen. Er ersetzt keine individuelle Beratung, nennt bewusst keine Dosierungen und ist keine Aufforderung, ein bestimmtes Arzneimittel anzuwenden.

Redaktion und medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Stand der Prüfung: 28. August 2026. Nächste geplante Durchsicht: Jänner 2027.

Ist Sertralin in Österreich rezeptpflichtig?

Ja. Sertralin ist rezeptpflichtig und wird in jeder Apotheke nur gegen eine gültige ärztliche Verordnung abgegeben. Ein rezeptfreier Bezug ist nicht möglich. Der Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel nach Österreich ist nach § 59 Abs. 8 Arzneimittelgesetz verboten und strafbar, auch aus dem Ausland.

Wie schnell wirkt Sertralin?

Die Wirkung auf den Serotoninhaushalt setzt rasch ein, die spürbare Besserung von Stimmung und Angst dagegen erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Einnahme. In den ersten Wochen können Unruhe und Nebenwirkungen sogar zunehmen. Sertralin ist kein Bedarfsmedikament und wirkt nicht bei einzelner Einnahme.

Welche Nebenwirkungen sind häufig?

Häufig sind Übelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwitzen sowie Schlafstörungen oder Müdigkeit; auch sexuelle Funktionsstörungen kommen vor. Zu Beginn und nach jeder Dosisänderung können Unruhe und Gedanken an Selbstverletzung zunehmen, vor allem vor dem 25. Lebensjahr. Die vollständige Liste steht in der Gebrauchsinformation.

Darf man unter Sertralin Alkohol trinken?

Alkohol wird nicht empfohlen. Beide wirken auf das zentrale Nervensystem, sodass Müdigkeit, Schwindel und eingeschränkte Aufmerksamkeit verstärkt werden können. Zusätzlich verschlechtert regelmäßiger Alkoholkonsum den Verlauf einer Depression unabhängig von der Medikation.

Wie bekomme ich ein Folgerezept für Sertralin?

Nicht über uns. Wir beurteilen Sertralin zurzeit nicht online, auch nicht zur Fortführung einer laufenden Behandlung, und es fallen bei uns dafür keine Kosten an. Wenden Sie sich für ein Folgerezept bitte rechtzeitig an Ihre Hausarztpraxis oder an die Praxis, die Sie behandelt.