Candesartan: Wirkung und Nebenwirkungen
Candesartan ist ein Sartan, also ein Angiotensin-II-Rezeptorblocker, und kein Betablocker. Es wird bei Bluthochdruck sowie bei Herzinsuffizienz eingesetzt und ist in Österreich unter anderem als Blopress, als Atacand und als Generikum zugelassen, in allen Präparaten rezeptpflichtig. Diese Seite erklärt Wirkung und Wirkeintritt, Nebenwirkungen nach Häufigkeit, den Unterschied zu Ramipril, Wechselwirkungen, Gegenanzeigen und den Weg zu einem Rezept.
Wofür wird Candesartan angewendet?
Candesartan wird zur Behandlung des Bluthochdrucks bei Erwachsenen angewendet und bei Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer, häufig als Ergänzung zu einer bestehenden Therapie oder wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden. Die Behandlung ist auf Dauer angelegt und nicht als kurzfristige Maßnahme gedacht.
Der Wirkstoff blockiert den AT1-Rezeptor für Angiotensin II, ein körpereigenes Hormon, das Gefäße verengt und den Blutdruck steigen lässt. Wird dieser Rezeptor blockiert, bleiben die Gefäße weiter gestellt, der Widerstand im Kreislauf sinkt und das Herz muss gegen einen geringeren Druck arbeiten. Das entlastet langfristig Herz, Nieren und Gefäße.
Bluthochdruck verursacht über Jahre keine Beschwerden, richtet aber Schäden an. Deshalb wird Candesartan auch dann eingenommen, wenn Sie sich gut fühlen. Ob der Wirkstoff für Sie geeignet ist und welches Behandlungsziel gilt, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt anhand von Blutdruckwerten, Nierenfunktion, Kaliumspiegel und Begleiterkrankungen.
Ist Candesartan ein Betablocker?
Nein. Candesartan ist laut Fachinformation ein Angiotensin-II-Antagonist, also ein Sartan (ATC-Code C09CA06), und senkt den Blutdruck über einen geringeren Widerstand in den Gefäßen, ohne die Herzfrequenz reflektorisch zu steigern. Betablocker wie Bisoprolol bilden eine eigene Wirkstoffgruppe. Bei Herzinsuffizienz kann Candesartan laut Fachinformation auch zusammen mit einem Betablocker angewendet werden; gegeneinander austauschbar sind die beiden Gruppen nicht.
Wie schnell wirkt Candesartan?
Nach einer einzelnen Dosis setzt die blutdrucksenkende Wirkung laut Fachinformation in der Regel innerhalb von zwei Stunden ein. Ihr volles Ausmaß erreicht sie bei regelmäßiger Einnahme meist innerhalb von vier Wochen und bleibt bei einer Langzeittherapie erhalten; eine Tablette am Tag senkt den Blutdruck gleichmäßig über den ganzen Tag. Ob eine Dosis passt, zeigt sich deshalb nicht nach zwei Tagen, sondern an Messwerten über mehrere Wochen. Auch das öffentliche Gesundheitsportal weist darauf hin, dass sich viele Betroffene zu Beginn einer Blutdruckbehandlung schlapp und müde fühlen und dass das mit der Zeit besser wird.
Nebenwirkungen von Candesartan
Berichtet werden vor allem Schwindel, Benommenheit und Kopfschmerzen, besonders zu Beginn der Behandlung und nach einer Dosiserhöhung, weil sich der Kreislauf erst an den niedrigeren Druck gewöhnen muss. Hinzu kommen Blutdruckabfall beim raschen Aufstehen, Müdigkeit und Infekte der oberen Atemwege.
Laborchemisch relevant sind ein Anstieg des Kaliumspiegels und eine Verschlechterung der Nierenwerte, vor allem bei vorbestehender Nierenerkrankung, bei Flüssigkeitsmangel und bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter anderer Arzneimittel. Deshalb gehören Blutkontrollen zur Behandlung dazu, gerade in der Einstellungsphase.
Brechen Sie die Einnahme ab und suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf, wenn Lippen, Zunge, Gesicht oder Rachen anschwellen oder Atemnot auftritt: Ein Angioödem ist ein Notfall. Ebenfalls ärztlich abzuklären sind ausgeprägte Muskelschwäche, Herzstolpern, deutlich verminderte Harnmenge oder wiederholte Ohnmachtsanfälle.
Die Tabelle fasst die Häufigkeiten aus der Fachinformation für die Behandlung des Bluthochdrucks bei Erwachsenen zusammen. Bei Herzinsuffizienz sind laut Fachinformation ein erhöhter Kaliumspiegel, niedriger Blutdruck und eine Einschränkung der Nierenfunktion häufig; dort werden Kreatinin und Kalium deshalb regelmäßig kontrolliert. Verbindlich ist die Gebrauchsinformation des Präparats, das Sie einnehmen.
| Häufigkeit laut Fachinformation | Nebenwirkungen bei Bluthochdruck |
|---|---|
| Häufig (1 bis 10 von 100 Behandelten) | Atemwegsinfektion, Schwindel oder Drehschwindel, Kopfschmerzen |
| Sehr selten (weniger als 1 von 10.000) | erhöhtes Kalium, niedriges Natrium, Husten, Übelkeit, Angioödem auch im Darm, Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, erhöhte Leberwerte bis zur Hepatitis, Rücken-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Verminderung der weißen Blutkörperchen, Einschränkung der Nierenfunktion bis zum Nierenversagen bei anfälligen Personen |
| Häufigkeit nicht bekannt | Durchfall |
Dosierung und Einnahme
Candesartan wird einmal täglich als Tablette eingenommen, mit oder ohne Nahrung, möglichst immer zur gleichen Tageszeit. Die Dosis wird individuell festgelegt; die Fachinformation nennt dafür folgende Richtwerte.
Bei Bluthochdruck sind 8 mg einmal täglich die empfohlene Anfangs- und übliche Erhaltungsdosis. Ist der Blutdruck damit nicht ausreichend eingestellt, kann auf 16 mg und höchstens auf 32 mg einmal täglich erhöht werden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion, bei leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion und bei möglichem Flüssigkeitsmangel kommt eine Anfangsdosis von 4 mg in Betracht. Bei Herzinsuffizienz beginnt die Behandlung mit 4 mg; die Dosis wird in Abständen von mindestens zwei Wochen verdoppelt, bis die Zieldosis von 32 mg oder die höchste vertragene Dosis erreicht ist.
Eine vergessene Tablette wird nicht durch eine doppelte Dosis ersetzt; nehmen Sie die nächste Tablette wie geplant ein. Verbindlich sind die ärztliche Anweisung und die Packungsbeilage, nicht Angaben aus dem Internet.
Candesartan absetzen: was dabei passiert
Wird Candesartan abgesetzt, kann der Blutdruck laut Gebrauchsinformation wieder ansteigen. Beenden Sie die Einnahme deshalb nicht ohne ärztliche Rücksprache, auch nicht bei guten Werten, denn diese sind meist das Ergebnis der Behandlung. Laut Fachinformation gibt es keinen Hinweis auf einen sogenannten Rebound-Effekt, also einen überschießenden Anstieg nach Beendigung der Therapie.
Ärztlich geboten ist das Absetzen etwa bei einer festgestellten Schwangerschaft, laut Fachinformation unverzüglich und, wenn erforderlich, mit Beginn einer alternativen Therapie. Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen sind ein Notfall. Sehr selten steckt hinter Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall ein Angioödem des Darms; wird es festgestellt, wird Candesartan ebenfalls abgesetzt. Vor einer Narkose sollte das Behandlungsteam wissen, dass Sie einen Sartan einnehmen, weil der Blutdruck dabei stärker abfallen kann.
Ist Candesartan in Österreich rezeptpflichtig?
Ja. Candesartan ist in Österreich rezeptpflichtig und wird in Apotheken nur gegen eine gültige ärztliche Verordnung abgegeben. Laut Arzneispezialitätenregister gilt das für alle Stärken und alle Präparate mit diesem Wirkstoff, auch für die Kombinationen mit Hydrochlorothiazid.
Der Grund ist medizinisch. Die Behandlung greift in die Regulation von Blutdruck, Nierendurchblutung und Kaliumhaushalt ein, verlangt Laborkontrollen und ist in der Schwangerschaft schädlich. Eine Selbstmedikation gegen Bluthochdruck ist deshalb nicht vorgesehen, und ein rezeptfreies Präparat mit vergleichbarer Wirkung gibt es nicht.
Angebote, die Sartane ohne Verordnung in Aussicht stellen, liegen außerhalb des legalen Vertriebswegs. Zusätzlich ist der Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel nach Österreich nach § 59 Abs. 8 AMG untersagt, unabhängig davon, aus welchem Land verschickt würde. Wie Sie ein Rezept online anfragen, bei laufender wie bei neuer Behandlung, steht weiter unten.
Preis und Erstattung durch die Sozialversicherung
Den konkreten Apothekenpreis nennt Ihnen die Apotheke; er hängt von Stärke, Packungsgröße und Hersteller ab. Eine Preisangabe an dieser Stelle wäre bei einem rezeptpflichtigen Arzneimittel Werbung gegenüber Laien und damit nach dem Arzneimittelgesetz unzulässig, weshalb wir hier bewusst keine Beträge nennen.
Candesartan gehört zu einer breit eingesetzten Wirkstoffgruppe, für die zahlreiche Generika verfügbar sind. Ob und unter welchen Bedingungen ein bestimmtes Präparat von der Sozialversicherung übernommen wird, richtet sich nach dem Erstattungskodex des Dachverbands. Wird auf Kassenrezept mit der e-card verordnet, fällt die Rezeptgebühr an, deren Höhe jährlich festgesetzt wird; für bestimmte Personengruppen besteht eine Befreiungsmöglichkeit.
Das Rezept gilt in Österreich als Privatrezept. Der Apothekenpreis wird dann selbst getragen. Die Gebühr für eine ärztliche Beurteilung ist davon getrennt und deckt niemals das Arzneimittel.
Rezept online anfragen
Am einfachsten ist es, wenn Sie bereits auf Candesartan eingestellt sind und die Behandlung ohne Unterbrechung fortführen möchten. Im medizinischen Fragebogen nennen Sie Präparat und Stärke, Ihre aktuellen Blutdruckwerte, die letzten Nieren- und Kaliumwerte, Begleiterkrankungen und die Liste Ihrer Dauermedikamente; die letzte Verordnung können Sie beilegen. Nehmen Sie Candesartan bisher nicht ein, beschreiben Sie Diagnose, Messwerte und Beschwerden. Ein neu entdeckter Bluthochdruck gehört allerdings zuerst in eine Ordination vor Ort, mit Messungen, Untersuchung und Labor.
Nach der Bezahlung der Gebühr prüft der Arzt, lek. Damian Wojno (Approbation Nr. 3211301), Ihre Angaben. Fehlen Unterlagen, fordert er sie über die Plattform nach; er kann auch eine Untersuchung in einer Ordination empfehlen oder die Verordnung ablehnen, denn ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Video, Telefon oder Live-Chat gibt es bei Medinow nicht, alles läuft über den Fragebogen. Fällt die Beurteilung positiv aus, erhalten Sie ein Privatrezept als PDF per E-Mail und nehmen den Ausdruck innerhalb eines Monats in eine Apotheke mit. Ob sie es einlöst, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker im Einzelfall; das Arzneimittel bezahlen Sie dort selbst. Arzneimittel versenden wir nicht.
Die Gebühr, die Sie bei der Schaltfläche sehen, deckt die ärztliche Beurteilung ab, nicht die Ausstellung des Dokuments. Lehnt der Arzt aus medizinischen oder rechtlichen Gründen ab, erstatten wir sie. Bittet er Sie um Unterlagen, haben Sie dafür mindestens 7 Tage Zeit und erhalten eine Erinnerung; auf Wunsch verlängern wir die Frist. Lässt sich die Prüfung dennoch nicht abschließen, beenden wir die Anfrage und erstatten Ihnen die Gebühr vollständig.
Wechselwirkungen und Alkohol
Klinisch am wichtigsten sind Kombinationen, die den Kaliumspiegel anheben: kaliumsparende Diuretika, Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel sowie bestimmte weitere Arzneimittel, die in den Renin-Angiotensin-Kreislauf eingreifen. Eine gleichzeitige Anwendung mit Aliskiren ist bei Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion nicht zulässig.
Entzündungshemmende Schmerzmittel vom Typ der nichtsteroidalen Antirheumatika können die blutdrucksenkende Wirkung abschwächen und zusammen mit einem Sartan und einem Entwässerungsmittel die Nierenfunktion belasten, besonders bei Flüssigkeitsmangel. Bei Lithium ist eine engmaschige Spiegelkontrolle nötig, weil Sartane die Ausscheidung verringern können. Nennen Sie deshalb bei jedem ärztlichen Gespräch alle Präparate, auch rezeptfreie.
Alkohol ist nicht verboten, verstärkt aber die gefäßerweiternde Wirkung und damit Schwindel und Kreislaufprobleme, vor allem beim Aufstehen und in der Einstellungsphase. Wer trinkt, sollte zurückhaltend dosieren und in dieser Phase besonders vorsichtig aufstehen. Gleiches gilt bei Hitze, starkem Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall, weil dann der Flüssigkeitshaushalt zusätzlich leidet.
Candesartan oder Ramipril: was ist der Unterschied?
Beide greifen in dasselbe hormonelle System ein, das den Blutdruck reguliert, aber an verschiedenen Stellen. Ramipril ist ein ACE-Hemmer und bremst die Bildung von Angiotensin II. Candesartan blockiert den AT1-Rezeptor, über den Angiotensin II wirkt; das Enzym ACE hemmt es laut Fachinformation nicht, und die Wirkung von Bradykinin verstärkt es nicht. In Vergleichsstudien trat Husten unter Candesartan seltener auf als unter ACE-Hemmern, während die Fachinformation zu Ramipril trockenen Reizhusten als häufige Nebenwirkung nennt, der nach dem Ende der Therapie abklingt.
Bei Herzinsuffizienz ist Candesartan unter anderem dann zugelassen, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden. Eine gleichzeitige Gabe beider Gruppen, die sogenannte duale Blockade, wird laut Fachinformation nicht empfohlen, weil sie das Risiko für niedrigen Blutdruck, hohes Kalium und eine Verschlechterung der Nierenfunktion erhöht. Ausgenommen ist eine Herzinsuffizienz mit anhaltenden Beschwerden, wenn Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten nicht vertragen werden, und auch dann nur unter fachärztlicher Kontrolle. Welcher Wirkstoff passt, entscheidet die behandelnde Ordination; mehr zum ACE-Hemmer steht unter Ramipril.
Gegenanzeigen
Candesartan darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil, bei schwerer Leberfunktionsstörung oder Gallenabflussstörung, im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel sowie bei Kindern unter einem Jahr. Auch die Kombination mit Aliskiren bei Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion ist ausgeschlossen.
Besondere Vorsicht gilt bei eingeschränkter Nierenfunktion, bei beidseitiger Verengung der Nierenarterien, nach einer Nierentransplantation, bei Verengung der Aorten- oder Mitralklappe, bei einer Verdickung der Herzmuskelwand mit Ausflusshindernis, bei erhöhtem Kaliumspiegel sowie bei Flüssigkeits- oder Salzmangel, etwa unter hoch dosierter Entwässerungstherapie. In diesen Situationen kann der Blutdruck stärker abfallen als beabsichtigt.
Für Kinder und Jugendliche gelten eigene Regeln, die von der Indikation und dem Präparat abhängen. Ob in Ihrem Fall eine Gegenanzeige vorliegt, entscheidet sich nicht anhand einer Liste im Netz, sondern anhand Ihrer vollständigen Krankengeschichte und Ihrer aktuellen Laborwerte.
Blopress, Atacand und Generika
Blopress und Atacand sind Markennamen für Tabletten mit demselben Wirkstoff, Candesartan-Cilexetil. Laut Arzneispezialitätenregister ist Blopress in Österreich mit 4, 8, 16 und 32 mg zugelassen, Atacand mit 8, 16 und 32 mg; für Atacand 4 mg ist die Einstellung des Inverkehrbringens gemeldet. Daneben gibt es zahlreiche Generika, die den Wirkstoffnamen tragen. Generika enthalten denselben Wirkstoff in derselben Stärke und müssen ihre Bioäquivalenz nachweisen, unterscheiden sich aber in Hilfsstoffen, Tablettenform, Bruchkerbe und Packungsgröße.
Für Sie praktisch bedeutsam ist vor allem der Wiedererkennungswert. Wechselt die Apotheke wegen Verfügbarkeit oder Erstattung auf ein anderes Präparat, sieht die Tablette plötzlich anders aus. Prüfen Sie in diesem Fall Wirkstoffnamen und Stärke auf der Packung und fragen Sie im Zweifel in der Apotheke nach, statt die Einnahme zu unterbrechen. Doppelte Einnahme durch zwei parallel angebrochene Packungen ist ein häufiger und vermeidbarer Fehler.
Es gibt außerdem Kombinationspräparate, in denen Candesartan mit dem Entwässerungsmittel Hydrochlorothiazid zusammengefasst ist, etwa Blopress Plus oder Atacand Plus. Diese sind nicht gegen ein reines Candesartan-Präparat austauschbar. Welche Variante verordnet wurde, steht auf der Verordnung; im Zweifel klärt das die Ordination, nicht die eigene Einschätzung.
Schwangerschaft und Stillzeit
In der Schwangerschaft ist Candesartan im zweiten und dritten Drittel kontraindiziert und wird auch im ersten Drittel nicht empfohlen. Arzneimittel, die in das Renin-Angiotensin-System eingreifen, können beim ungeborenen Kind unter anderem die Nierenfunktion und die Fruchtwassermenge beeinträchtigen.
Wenn Sie eine Schwangerschaft feststellen oder planen, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, damit auf einen in der Schwangerschaft geeigneten Wirkstoff umgestellt werden kann. Setzen Sie eine Blutdrucktherapie nicht eigenmächtig ab: Unbehandelter Bluthochdruck ist in der Schwangerschaft selbst ein Risiko für Mutter und Kind. Frauen im gebärfähigen Alter sollten dieses Thema bereits beim Behandlungsbeginn ansprechen.
Für die Stillzeit liegen keine ausreichenden Daten vor, weshalb die Anwendung nicht empfohlen wird, insbesondere bei Frühgeborenen und Neugeborenen. Für stillende Frauen stehen Wirkstoffe mit besserer Datenlage zur Verfügung; welche infrage kommen, klärt die behandelnde Ordination.
Gebrauchsinformation und Fachinformation
Die Gebrauchsinformation in der Packung ist die verbindliche Informationsquelle für Patientinnen und Patienten. Sie enthält die vollständige Liste der Nebenwirkungen mit Häufigkeitskategorien, alle Gegenanzeigen, die Hinweise zur Einnahme und zur Lagerung sowie die Angaben zum konkreten Präparat des jeweiligen Herstellers.
Die ausführlichere Fachinformation richtet sich an Fachkreise und ist in Österreich über das Arzneispezialitätenregister des BASG frei abrufbar. Weil für Candesartan viele Präparate zugelassen sind, lohnt der Blick auf genau jenes, das Sie in der Hand halten: Stärken, Bruchkerben und zugelassene Anwendungsgebiete können sich unterscheiden.
Verdachtsfälle von Nebenwirkungen können Sie selbst an das BASG melden; ein Meldeportal steht auch Patientinnen und Patienten offen. Allgemein verständliche Hintergrundinformationen zu Bluthochdruck und Herzinsuffizienz stellt das öffentliche Gesundheitsportal des Bundes bereit. Für Dosierungsfragen gilt die ärztliche Anweisung, nicht eine Zusammenfassung im Internet, auch nicht diese Seite.
Wer diese Seite verantwortet
Autor und medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Das Rezept gilt in Österreich als Privatrezept.
Eine Untersuchung vor Ort oder Hilfe im Notfall bietet diese Seite nicht. Mit akuten Beschwerden gehen Sie bitte in eine Ordination oder rufen die Gesundheitsberatung 1450 an; in lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie 144. Was hier zu Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen steht, ist gekürzt; maßgeblich bleibt die aktuelle Fachinformation im Arzneispezialitätenregister des BASG.
Preise und Empfehlungen für einzelne Präparate fehlen hier mit Absicht: Das Arzneimittelgesetz untersagt Werbung für rezeptpflichtige Arzneimittel bei Laien. Auch eine bestimmte Apotheke nennen wir nicht; über die Einlösung entscheidet jede Apotheke selbst.
Was ist Blopress?
Blopress ist ein Markenname für Tabletten mit Candesartan-Cilexetil. In Österreich ist es laut Arzneispezialitätenregister in den Stärken 4, 8, 16 und 32 mg zugelassen und rezeptpflichtig; unter dem Namen Blopress Plus gibt es zusätzlich Kombinationen mit Hydrochlorothiazid. Wirkung und Nebenwirkungen entsprechen denen anderer Candesartan-Präparate.
Ist Candesartan in Österreich rezeptpflichtig?
Ja. Candesartan ist rezeptpflichtig und wird in Apotheken nur gegen eine gültige ärztliche Verordnung abgegeben, laut Arzneispezialitätenregister in allen Stärken und Präparaten, auch als Blopress oder Atacand. Ein rezeptfreies Präparat mit vergleichbarer Wirkung gibt es nicht, und der Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel nach Österreich ist nach § 59 Abs. 8 AMG untersagt.
Wie schnell wirkt Candesartan?
Laut Fachinformation setzt die blutdrucksenkende Wirkung nach einer Einzeldosis in der Regel innerhalb von zwei Stunden ein; ihr volles Ausmaß erreicht sie bei regelmäßiger Einnahme meist innerhalb von vier Wochen. Deshalb wird die Dosis nicht nach einzelnen Messwerten verändert, sondern nach einer Beobachtungsphase durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.
Welche Nebenwirkungen sind häufig?
Bei Bluthochdruck nennt die Fachinformation als häufig Schwindel oder Drehschwindel, Kopfschmerzen und Atemwegsinfektionen. Bei Herzinsuffizienz kommen ein erhöhter Kaliumspiegel, niedriger Blutdruck und eine Einschränkung der Nierenfunktion häufig vor. Ein Angioödem mit Schwellung von Gesicht, Zunge oder Rachen ist sehr selten, aber ein Notfall.
Darf man Alkohol trinken?
Ein absolutes Verbot gibt es nicht, Zurückhaltung ist jedoch sinnvoll. Alkohol erweitert die Gefäße zusätzlich und verstärkt Schwindel sowie Blutdruckabfall beim Aufstehen, besonders in der Einstellungsphase. Wer regelmäßig größere Mengen trinkt, erschwert außerdem die Blutdruckeinstellung insgesamt.
Wie bekomme ich ein Rezept online?
Wenn Sie bereits eingestellt sind oder die Behandlung beginnen möchten, füllen Sie einen medizinischen Fragebogen aus und legen Ihre Unterlagen bei; ob ein Beginn ohne Untersuchung vor Ort vertretbar ist, entscheidet der Arzt. Eine Telekonsultation gibt es nicht, also kein Video, kein Telefonat und keinen Live-Chat. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Lehnt der Arzt aus medizinischen oder rechtlichen Gründen ab, erstatten wir die Gebühr. Für angeforderte Unterlagen haben Sie mindestens 7 Tage Zeit und erhalten eine Erinnerung; auf Wunsch verlängern wir die Frist. Lässt sich die Beurteilung dennoch nicht abschließen, beenden wir die Anfrage und erstatten die Gebühr vollständig. Ein neu entdeckter Bluthochdruck gehört zuerst in eine Ordination vor Ort.
- Fachinformation Atacand 16 mg Tabletten (BASG, Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1)
- Gebrauchsinformation Atacand 16 mg Tabletten (BASG, Abschnitte 3 und 4)
- Fachinformation Ramipril Actavis 5 mg Tabletten (BASG, Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.1)
- Fachinformation Concor 5 mg Filmtabletten, Bisoprolol (BASG, Abschnitt 5.1)
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreich: Bluthochdruck, Therapie
- Arzneispezialitätenregister des BASG: Candesartan-Präparate und Rezeptpflicht