Trittico: Trazodon zur Behandlung von Depressionen
Trittico enthält den Wirkstoff Trazodon und ist in Österreich zur Behandlung depressiver Erkrankungen zugelassen, auch wenn diese mit Schlafstörungen einhergehen. Ein Schlafmittel im Sinne der Zulassung ist es nicht. Diese Seite fasst Dosierung, Nebenwirkungen, Warnhinweise und Wechselwirkungen nach der österreichischen Fachinformation zusammen. Ein Rezept für Trittico stellen wir online nicht aus.
Wofür Trittico zugelassen ist
In Österreich sind drei Präparate mit Trazodon zugelassen, alle unter dem Namen Trittico: Filmtabletten mit 100 mg sowie Retardtabletten mit 75 mg und 150 mg. Laut Fachinformation der Retardtabletten (Abschnitt 4.1) dient Trittico der Behandlung depressiver Erkrankungen mit oder ohne Angstkomponente oder Schlafstörungen; die Fachinformation der Filmtabletten nennt depressive Erkrankungen mit oder ohne Schlafstörungen. Zugelassen ist es für Erwachsene ab 18 Jahren.
Trazodon gehört chemisch zu den Triazolopyridinen und unterscheidet sich im Wirkmechanismus von den übrigen Antidepressiva. Es hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin und blockiert zusätzlich bestimmte Serotoninrezeptoren (5-HT2) und Alpha-Rezeptoren, hat aber praktisch keine anticholinerge Wirkung (Abschnitt 5.1). Die dämpfende Wirkung setzt laut Abschnitt 4.2 meist schon in den ersten Tagen ein, die stimmungsaufhellende in der Regel nach 1 bis 3 Wochen.
Antidepressiva sind ein Teil der Behandlung. Laut Gesundheitsportal zählen bei Depressionen vor allem Medikamente und Psychotherapie zu den wesentlichen Maßnahmen; welches Medikament passt, hängt unter anderem von Vorerkrankungen, anderen Medikamenten und früheren Behandlungsversuchen ab. Einen Überblick gibt die Seite Depression und Psyche.
Trittico ist kein Schlafmittel
Häufig wird nach Trittico zum Schlafen gesucht. Die österreichische Zulassung umfasst Schlafstörungen aber nur als Teil einer depressiven Erkrankung. Eine Einnahme allein gegen Schlafprobleme, ohne Depression, ist von der Zulassung nicht umfasst. Diese Seite nennt deshalb keine Dosis zum Schlafen, und die Fachinformation enthält auch keine.
Dass die Dämpfung früher einsetzt als die Stimmungsaufhellung, gehört zum Wirkprofil und ist kein Hinweis auf ein Schlafmittel. Die Dämpfung hat auch Nachteile: Schläfrigkeit kann die Aufmerksamkeit beeinträchtigen, und Alkohol verstärkt sie. Ältere Menschen sind laut Abschnitt 4.4 außerdem häufiger von Schläfrigkeit und von Blutdruckabfällen beim Aufstehen betroffen.
Wer seit Wochen schlecht schläft, sollte die Ursache in einer Ordination abklären lassen. Hinweise zu Ursachen und Behandlungswegen gibt die Seite Schlafstörungen.
Dosierung laut Fachinformation
Die Behandlung beginnt laut Abschnitt 4.2 mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise gesteigert wird, und endet mit einer langsamen Verringerung. Spricht die Behandlung an, wird die Dosis so klein wie möglich gehalten. Die Tagesdosis wird einmal, vorzugsweise abends, oder aufgeteilt eingenommen, die höhere Teildosis am Abend. Die Filmtabletten werden nach den Mahlzeiten eingenommen, was laut Fachinformation Nebenwirkungen verringern kann; die Retardtabletten mit oder ohne Mahlzeit, jeweils unzerkaut mit einem Glas Wasser oder einer anderen nicht alkoholischen Flüssigkeit. Alle drei Präparate sind teilbar.
Bis zur Rückbildung der Beschwerden vergehen im Allgemeinen mindestens 4 bis 6 Wochen. Bei endogenen Depressionen sieht die Fachinformation danach gegebenenfalls eine Weiterbehandlung mit reduzierter Dosis für 4 bis 6 Monate vor, um die Besserung zu stabilisieren. Verbindlich ist die Dosis, die Ihnen verordnet wurde.
| Gruppe | Dosierung laut Fachinformation |
|---|---|
| Erwachsene, Filmtabletten 100 mg, ambulant | 1. Woche 50 bis 100 mg, 2. Woche 100 bis 200 mg, danach nach Bedarf 100 bis 400 mg täglich |
| Erwachsene, Retardtabletten | Beginn mit 50 bis 100 mg täglich, übliche Dosis 150 bis 300 mg täglich, ambulant höchstens 400 mg |
| Stationäre Behandlung | in schweren Fällen bis 600 mg täglich, nicht mehr |
| Ältere Menschen | meist reichen 50 bis 150 mg täglich |
| Sehr alte oder gebrechliche Menschen | Beginn mit 50 bis 100 mg täglich, auf 2 Gaben verteilt oder einmal abends; Einzeldosen über 100 mg vermeiden, höchstens 300 mg täglich |
| Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren | nicht anzuwenden |
Warnhinweis: Suizidgedanken zu Behandlungsbeginn und nach Dosisänderung
Depressive Erkrankungen gehen mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken, Selbstverletzung und Suizid einher, und dieses Risiko besteht, bis sich die Beschwerden deutlich bessern. Laut Abschnitt 4.4 kann es zu Beginn einer Behandlung sogar ansteigen. Eine Meta-Analyse placebokontrollierter Studien zu Antidepressiva bei psychiatrischen Erkrankungen zeigte bei Menschen unter 25 Jahren ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo. Die Fachinformation verlangt deshalb eine engmaschige Begleitung, vor allem zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen, und empfiehlt, anfangs jeweils nur eine begrenzte Menge zu verordnen. Suizidgedanken und suizidales Verhalten wurden auch während der Behandlung mit Trazodon und kurz nach ihrem Ende berichtet.
Behandelte und ihre Angehörigen sollen auf jede Verschlechterung, auf Suizidgedanken und auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen achten und dann unverzüglich ärztlichen Rat einholen. Warten Sie in einer solchen Situation nicht auf den nächsten Termin. Rund um die Uhr, kostenlos und vertraulich ist die Telefonseelsorge unter der Nummer 142 erreichbar; für Kinder und Jugendliche gibt es Rat auf Draht (147). Besteht akute Gefahr, ist die Rettung unter 144 zu verständigen, alternativ der Euronotruf 112.
Nebenwirkungen von Trittico
Am häufigsten berichtet werden laut Abschnitt 4.8 Schläfrigkeit und Müdigkeit, vor allem zu Behandlungsbeginn, außerdem Schwindel, Übelkeit und Mundtrockenheit. Die Benommenheit der ersten Behandlungstage verschwindet laut Fachinformation in der Regel unter fortgesetzter Behandlung. Für die übrigen Nebenwirkungen gibt die Fachinformation keine Häufigkeit an. Genannt werden unter anderem Blutdruckabfall beim Aufstehen und Ohnmacht, Kopfschmerzen, Verstopfung, verschwommenes Sehen, Appetitveränderungen, ein niedriger Natriumwert sowie Veränderungen von Herzrhythmus und EKG.
Einige Ereignisse verlangen rasches Handeln. Eine ungewöhnlich lang anhaltende, unter Umständen schmerzhafte Erektion (Priapismus) ist sehr selten, braucht aber unverzüglich ärztliche Hilfe, weil sie in Einzelfällen operativ behandelt werden musste oder eine bleibende Funktionsstörung hinterließ. Gelbfärbung von Haut oder Augen und schwere Leberreaktionen führen zum Abbruch der Behandlung. Grippeähnliche Beschwerden mit Halsschmerzen und Fieber können auf eine Blutbildveränderung hinweisen; die Fachinformation empfiehlt dann eine Kontrolle des Blutbildes. Zusammen mit anderen serotonerg wirkenden Mitteln kann ein Serotonin-Syndrom auftreten, bei Verdacht wird Trazodon unverzüglich abgesetzt.
Trazodon hat laut Abschnitt 4.7 einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit, verstärkt durch Alkohol. Wer schläfrig, benommen oder verwirrt ist oder verschwommen sieht, sollte kein Fahrzeug lenken und keine Maschinen bedienen.
Macht Trittico abhängig?
Laut Abschnitt 4.4 gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass Trazodon suchterzeugende Eigenschaften besitzt. Trittico ist ein Antidepressivum und gehört weder zu den Benzodiazepinen noch zu den sogenannten Z-Substanzen. Abrupt absetzen sollte man es trotzdem nicht: Die Fachinformation sieht eine schrittweise Verringerung vor, besonders nach längerer Behandlung, um Absetzerscheinungen wie Übelkeit, Kopfschmerz und Unwohlsein gering zu halten. Nach schnellem Absetzen einer längeren, hoch dosierten Therapie sind außerdem Unruhe, Schweißausbrüche, Erbrechen und Schlafstörungen beschrieben. Wie ein Ausschleichen in der Praxis abläuft, erklärt der Beitrag Antidepressiva absetzen.
Wechselwirkungen und Alkohol
Während der Behandlung soll laut Abschnitt 4.5 auf Alkohol verzichtet werden, weil Trazodon dessen dämpfende Wirkung verstärkt. Auch die Wirkung anderer dämpfender Mittel wie Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antipsychotika und Antihistaminika kann zunehmen. Gegenanzeigen sind laut Abschnitt 4.3 eine Alkohol- oder Schlafmittelvergiftung, ein akuter Herzinfarkt und eine Überempfindlichkeit gegen Trazodon.
Starke CYP3A4-Hemmer wie Ritonavir, Ketoconazol, Itraconazol oder Erythromycin können den Trazodonspiegel deutlich erhöhen; unter Ritonavir stieg er bei Gesunden auf mehr als das Doppelte, mit Schwindel, Übelkeit, Ohnmacht und Blutdruckabfall. Carbamazepin senkt ihn dagegen stark. Zusammen mit anderen serotonerg wirkenden Mitteln, darunter weitere Antidepressiva, Lithium, Tramadol, Fentanyl, Johanniskraut und das Antibiotikum Linezolid, kann ein Serotonin-Syndrom entstehen. Von einer Kombination mit MAO-Hemmern und von Trazodon innerhalb von zwei Wochen nach deren Absetzen rät die Fachinformation ab, ebenso von einem MAO-Hemmer innerhalb einer Woche nach Trazodon. Mittel, die das QT-Intervall verlängern, erhöhen das Risiko für Herzrhythmusstörungen. Unter Warfarin und anderen gerinnungshemmenden Mitteln sind Gerinnungskontrollen nötig, und die Spiegel von Digoxin und Phenytoin können steigen.
Ein praktischer Hinweis aus Abschnitt 4.4: Ein Abbauprodukt von Trazodon kann in Urin-Schnelltests auf Drogen ein falsch positives Ergebnis für Amphetamine liefern. Ein solches Ergebnis wird mit einem spezifischen Labortest, etwa mittels Massenspektrometrie, bestätigt oder widerlegt.
Trittico oder Mirtazapin?
Beide Wirkstoffe sind Antidepressiva mit dämpfender Wirkung, und beide werden laut ihren Fachinformationen bevorzugt abends eingenommen. Mirtazapin ist zur Behandlung von Episoden einer Major Depression bei Erwachsenen zugelassen; die wirksame Tagesdosis liegt im Regelfall zwischen 15 und 45 mg. Ein deutlicher Unterschied betrifft Gewicht und Appetit: Bei Mirtazapin sind Gewichtszunahme und gesteigerter Appetit sehr häufige Nebenwirkungen, betreffen also mindestens einen von zehn Behandelten. Die Fachinformation von Trittico führt Appetitzunahme und Gewichtsverlust ohne Häufigkeitsangabe.
Welcher Wirkstoff passt, entscheidet die Krankengeschichte: frühere Behandlungsversuche, Herzerkrankungen und Herzrhythmus, andere Medikamente und das Körpergewicht. Ein Wechsel erfolgt ausschließlich nach ärztlicher Anweisung. Mehr zum Vergleichspräparat steht auf der Seite Mirtazapin.
Schwangerschaft und Stillzeit
Zu Trazodon in der Schwangerschaft liegen begrenzte Daten aus weniger als 200 Schwangerschaften vor, ohne Hinweise auf schädliche Wirkungen auf den Verlauf oder auf das Neugeborene (Abschnitt 4.6). Die Fachinformation mahnt dennoch zur Vorsicht; wird Trazodon bis zur Entbindung eingenommen, werden Neugeborene auf Entzugssymptome beobachtet. In die Muttermilch geht Trazodon nach begrenzten Daten nur in geringem Maß über, die Menge des wirksamen Abbauprodukts ist aber unbekannt. Ob weiter gestillt oder die Behandlung angepasst wird, wird gemeinsam abgewogen. Eine Schwangerschaft oder ein Kinderwunsch gehört deshalb früh in das Gespräch mit der behandelnden Ordination.
Warum es hier kein Online-Rezept gibt
Antidepressiva und andere Psychopharmaka beurteilen wir derzeit nicht online, auch nicht zur Fortführung einer bestehenden Behandlung. Für Trittico gibt es auf dieser Seite deshalb nichts anzufragen. Dosisanpassung, Beobachtung in den ersten Wochen und die Abwägung von Herz-, Leber- und Wechselwirkungsrisiken brauchen eine ärztliche Betreuung, in der man miteinander spricht und Sie persönlich untersucht werden können.
Alle drei Trittico-Präparate sind laut Arzneispezialitätenregister rezeptpflichtig. Reicht Ihr Vorrat nur noch für kurze Zeit, vereinbaren Sie früh genug einen Termin in der hausärztlichen oder psychiatrischen Ordination, die Sie betreut. Lassen Sie Trittico nicht einfach weg, nur weil die Packung leer wird.
Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Was in Ihrem Fall richtig ist, klärt dieser Überblick nicht; das kann nur eine Ärztin oder ein Arzt beurteilen.
Für was nimmt man Trittico?
Trittico ist in Österreich zur Behandlung depressiver Erkrankungen bei Erwachsenen zugelassen, laut Fachinformation der Retardtabletten mit oder ohne Angstkomponente oder Schlafstörungen. Eine Einnahme allein gegen Schlafprobleme ohne Depression ist von der Zulassung nicht umfasst.
Wie schnell wirkt Trittico zum Schlafen?
Die dämpfende Wirkung setzt laut Fachinformation meist schon in den ersten Tagen ein, die stimmungsaufhellende in der Regel nach 1 bis 3 Wochen. Zugelassen ist Trittico aber zur Behandlung einer Depression; als reines Schlafmittel ist es nicht vorgesehen, und die Fachinformation nennt dafür keine Dosis.
Wie fühlt man sich mit Trittico?
Die häufigsten Nebenwirkungen sind laut Fachinformation Schläfrigkeit und Müdigkeit, vor allem in den ersten Tagen, sowie Schwindel, Übelkeit und Mundtrockenheit. Die Benommenheit lässt in der Regel unter fortgesetzter Behandlung nach. Treten neue Unruhe, Angst oder dunkle Gedanken auf, gehört das unverzüglich ärztlich besprochen.
Wie viel Trittico bei Depressionen?
Die Fachinformation sieht einen niedrigen Beginn mit 50 bis 100 mg täglich vor, der schrittweise gesteigert wird. Üblich sind bei den Retardtabletten 150 bis 300 mg täglich, ambulant höchstens 400 mg. Ältere Menschen kommen meist mit 50 bis 150 mg aus. Die passende Dosis legt der behandelnde Arzt fest.
Macht Trittico abhängig?
Laut Fachinformation gibt es keinerlei Hinweise auf suchterzeugende Eigenschaften. Trotzdem wird Trittico am Ende einer Behandlung schrittweise verringert und nicht abrupt abgesetzt, weil sonst Absetzerscheinungen wie Übelkeit, Kopfschmerz und Unwohlsein auftreten können.
Kann Trittico einen Drogentest beeinflussen?
Ja, das ist möglich. Ein Abbauprodukt von Trazodon kann in Urin-Schnelltests ein falsch positives Ergebnis für Amphetamine verursachen. Die Fachinformation empfiehlt, ein solches Ergebnis mit einem spezifischen Verfahren wie der Massenspektrometrie zu überprüfen. Sagen Sie bei einem Test, dass Sie Trittico einnehmen.
Gibt es Trittico rezeptfrei?
Nein. Alle drei Trittico-Präparate sind in Österreich rezeptpflichtig, auch die Retardtabletten mit 150 mg.
- Fachinformation Trittico retard 150 mg Tabletten (BASG, Abschnitte 4.1 bis 4.9 und 5.1)
- Fachinformation Trittico 100 mg Filmtabletten (BASG, Abschnitte 4.1 und 4.2)
- Fachinformation Mirtazapin +pharma 30 mg Filmtabletten (BASG, Abschnitte 4.1, 4.2 und 4.8)
- Gesundheitsportal Österreich: Depression, Diagnose und Therapie
- Telefonseelsorge Österreich: Notruf 142, rund um die Uhr
- Arzneispezialitätenregister BASG/AGES: Rezeptpflicht der Trittico-Präparate