Schilddrüsenunterfunktion: Symptome und Behandlung
Müdigkeit, Frieren, trockene Haut, Gewichtszunahme: Eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt sich langsam und wird oft spät bemerkt. Diese Seite erklärt, welche Blutwerte entscheiden, wie die Behandlung mit Levothyroxin abläuft, was die Aufnahme stört und wann es dringlich wird.
Woran erkennen Sie eine Schilddrüsenunterfunktion?
Die Schilddrüse steuert den Stoffwechsel; produziert sie zu wenig Hormon, läuft der Körper langsamer. Typisch sind anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, brüchige Nägel, Haarausfall, Verstopfung, eine Gewichtszunahme ohne veränderte Essgewohnheiten, Konzentrationsstörungen und eine gedrückte Stimmung.
Das Tückische ist die Unschärfe: Jedes dieser Zeichen kommt auch bei Schlafmangel, Eisenmangel, Depression oder einfach im Winter vor. Deshalb lässt sich die Unterfunktion an den Beschwerden allein nicht feststellen, sondern nur am Blutbefund. Umgekehrt gilt: Bei genau diesen Beschwerden gehört die Schilddrüse in die Abklärung, weil die Behandlung einfach ist, wenn die Ursache gefunden wird.
Bei Frauen wird eine Unterfunktion häufiger gefunden als bei Männern, und die Häufigkeit steigt mit dem Alter. Aufmerksam sein sollten außerdem Menschen mit einer Autoimmunerkrankung in der Familie, Frauen nach einer Geburt, Personen nach Schilddrüsenoperation oder Radiojodbehandlung sowie alle, die Arzneimittel einnehmen, die die Schilddrüse beeinflussen.
Einen Überblick über Erkrankungen der Schilddrüse und ihre Behandlung gibt die Seite Schilddrüse.
Symptome bei Frauen und Männern
Geschlechtsspezifisch sind Menstruations- und Fruchtbarkeitsprobleme bei Frauen und Erektionsstörungen bei Männern; was bei Kinderwunsch, in der Schwangerschaft und nach einer Geburt gilt, steht weiter unten. Viele der möglichen Beschwerden haben auch andere Ursachen, deshalb ist eine genaue ärztliche Abklärung mit Blutbefund wesentlich.
Das Gesundheitsportal nennt folgende mögliche Symptome einer Unterfunktion:
- Erschöpfung und Müdigkeit, allgemeine Schwäche, Teilnahmslosigkeit
- Kältegefühl
- Atemnot bei Anstrengung
- Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme, geistige und sprachliche Verlangsamung
- Trockene Haut und trockene Haare, Haarausfall
- Gewichtszunahme
- Langsamer Herzschlag und verlangsamte Reflexe
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Neigung zu Verstopfung
- Depressionen oder andere psychische Befindlichkeitsstörungen
- Bei Frauen: Menstruations- und Fruchtbarkeitsprobleme
- Bei Männern: Erektionsstörungen
TSH, fT4 und fT3: Welche Blutwerte sind entscheidend?
Der wichtigste Wert ist TSH, das Steuerhormon aus der Hirnanhangsdrüse. Es steigt an, wenn die Schilddrüse zu wenig produziert, und reagiert empfindlicher als die Schilddrüsenhormone selbst. Deshalb steht TSH am Anfang jeder Abklärung.
Ist TSH erhöht, folgt in der Regel die Bestimmung des freien T4. Ist TSH erhöht und fT4 vermindert, spricht man von einer manifesten Unterfunktion, die behandelt wird. Ist TSH erhöht und liegen fT4 und fT3 im Normbereich, liegt eine latente Form vor. Ob sie behandelt werden soll, darüber ist die Fachwelt laut Gesundheitsportal unterschiedlicher Meinung; im Einzelfall hängt die Entscheidung von der Höhe des Wertes, von Beschwerden, Alter, Kinderwunsch und Begleiterkrankungen ab und ist eine ärztliche Abwägung, keine Automatik.
Ergänzend werden Antikörper gegen die Schilddrüse bestimmt, wenn eine Autoimmunerkrankung vermutet wird, sowie eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Wichtig für die Beurteilung: Ein einzelner erhöhter TSH-Wert ist noch keine Diagnose; ob er kontrolliert oder behandelt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Gesamtbild.
Als Orientierung nennt das Gesundheitsportal die folgenden Referenzbereiche für Erwachsene. Labore arbeiten mit unterschiedlichen Geräten und Testmethoden, deren Referenzwerte nicht deckungsgleich sind; verbindlich ist der Bereich, der auf Ihrem Befund steht, und die Beurteilung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Mehr zum Steuerhormon lesen Sie im Ratgeber TSH-Wert.
| Wert | Referenzbereich Erwachsene (Orientierung) | Bei Unterfunktion |
|---|---|---|
| TSH | 0,2 bis 4,5 µU/mL (bis 18 Jahre: 0,2 bis 5 µU/mL) | erhöht |
| freies T4 (fT4) | 8 bis 18 ng/L | bei manifester Unterfunktion erniedrigt, bei latenter im Normbereich |
| freies T3 (fT3) | 3,5 bis 8 ng/L | kann erniedrigt sein, bei latenter Unterfunktion im Normbereich |
Hashimoto und andere Ursachen einer Unterfunktion
Die häufigste Ursache in Regionen mit ausreichender Jodversorgung ist eine Autoimmunerkrankung, die Hashimoto-Thyreoiditis: Das Immunsystem richtet sich gegen die Schilddrüse, das Gewebe geht über Jahre langsam zurück. Der Verlauf ist schleichend, oft beschwerdearm und wird zufällig entdeckt.
Weitere Ursachen sind laut Gesundheitsportal eine Operation an der Schilddrüse, eine Radiojodbehandlung, ein starker Jodmangel und einzelne Arzneimittel, darunter Lithium und bestimmte Zytostatika in der Chemotherapie; das stark jodhaltige Amiodaron kann laut der Fachinformation von Euthyrox sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion auslösen. Einige Wochen oder Monate nach einer Geburt kann eine Entzündung der Schilddrüse auftreten, die anfangs mit einer Überfunktion einhergehen kann; danach heilt sie entweder vollständig aus oder geht in eine meist dauerhafte Unterfunktion über. Sehr selten sind eine angeborene Unterfunktion, nach der bei jedem Neugeborenen im Blut gesucht wird, oder eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse.
Österreich hat den früher verbreiteten Jodmangel durch die gesetzlich geregelte Jodierung von Speisesalz weitgehend behoben; Kropfbildung durch Jodmangel ist seltener geworden. Das bedeutet aber nicht, dass mehr Jod besser wäre: Hochdosierte Jodpräparate können bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse schaden und gehören nicht in die Selbstmedikation.
Schilddrüsenentzündung: welche Formen es gibt
Bei einer Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) wird das Gewebe der Schilddrüse entzündet oder geschädigt; in seltenen Fällen lösen auch eine Bestrahlung oder eine Verletzung eine Entzündung aus. Schmerzen im Bereich der Schilddrüse mit grippeähnlichen Beschwerden und jede neue Vergrößerung der Schilddrüse gehören ärztlich abgeklärt; dafür ist eine Untersuchung in einer Ordination nötig, ein Fragebogen ersetzt sie nicht.
Das Gesundheitsportal unterscheidet mehrere Formen, die sehr unterschiedlich verlaufen:
- Chronische Entzündung (Hashimoto-Thyreoiditis): die häufigere Form, eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper die Schilddrüsenzellen angreifen. Sie verläuft meist ohne Beschwerden, kann aber durch die Zerstörung von Gewebe zu einer Unterfunktion führen.
- Akute eitrige Thyreoiditis: Berührungsschmerz im Bereich der Schilddrüse und grippeähnliche Beschwerden, im Akutstadium unter Umständen eine Überfunktion. Behandelt wird mit Antibiotika und entzündungshemmenden Medikamenten, bei einem Abszess kann ein Eingriff nötig sein.
- Subakute Thyreoiditis de Quervain: ebenfalls mit Schmerzen und grippeähnlichen Beschwerden. Meist reichen entzündungshemmende Medikamente, bei schweren Verläufen ist länger Cortison nötig. Sie heilt in der Regel vollständig aus, kann aber eine Unterfunktion nach sich ziehen.
- Post-partum-Thyreoiditis: einige Wochen oder Monate nach einer Geburt, anfangs unter Umständen mit einer meist nur vorübergehenden Überfunktion, die keine Behandlung braucht. Danach heilt sie vollständig aus oder geht in eine meist dauerhafte Unterfunktion über, die mit Schilddrüsenhormon behandelt wird.
- Riedel-Struma: eine sehr seltene, verhärtende Form, bei der die vergrößerte Schilddrüse Luftröhre, Nerven und Blutgefäße einengen kann; sie macht eine Operation notwendig.
Wie wird eine Unterfunktion behandelt?
Behandelt wird mit Levothyroxin, dem synthetischen Gegenstück des körpereigenen Hormons T4. Es ersetzt, was fehlt, und ist in Österreich rezeptpflichtig; zugelassen sind unter anderem Euthyrox und Thyrex. Begonnen wird laut Gesundheitsportal mit einer niedrigen Dosis, die langsam gesteigert wird, bis die Hormonspiegel im Blut im Normbereich liegen. Die Behandlung ist meist eine Dauertherapie, die einmal täglich stattfindet und bei richtiger Einstellung keine Beschwerden verursacht.
Eingenommen wird nüchtern, etwa eine halbe Stunde vor dem Frühstück, mit Wasser; möglich ist laut Gesundheitsportal auch die Einnahme abends vor dem Schlafengehen, wenn der Magen leer ist. Abstand halten sollten Sie zu Präparaten mit Eisen oder Kalzium und zu aluminiumhaltigen Säurebindern, laut Fachinformation mindestens zwei Stunden, außerdem zu Magnesiumpräparaten, zu manchen Cholesterinsenkern wie Colestyramin (laut Fachinformation vier bis fünf Stunden) sowie zu Sojaprodukten, weil all das die Aufnahme vermindert. Säureblocker vom Typ der Protonenpumpenhemmer vermindern die Aufnahme ebenfalls, weil sie den pH-Wert im Magen anheben; laut Fachinformation werden die Schilddrüsenwerte unter gleichzeitiger Behandlung regelmäßig kontrolliert, unter Umständen ist eine höhere Dosis nötig. Wichtig ist die gleiche Gewohnheit jeden Tag: Sie erleichtert die Einstellung mehr als jede Feinjustierung der Dosis.
Kontrolliert wird über den TSH-Wert, nach Beginn oder nach einer Dosisänderung erst dann, wenn die neue Dosis einige Wochen unverändert eingenommen wurde; laut Gesundheitsportal wird die Dosis gegebenenfalls zwei bis drei Monate nach Therapiebeginn angepasst, und bei stabiler Einstellung werden die Werte zumindest einmal im Jahr kontrolliert. Ein Wechsel des Präparats oder Herstellers kann die aufgenommene Menge geringfügig ändern; die Fachinformation sieht für die Übergangszeit eine engmaschige Überwachung vor, und manchmal muss die Dosis angepasst werden. Ändern Sie die Dosis nie eigenmächtig anhand des Körpergefühls, denn eine Überdosierung belastet Herz und Knochen.
Warnzeichen: wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn unter der Behandlung Herzrasen, unregelmäßiger Puls, Brustschmerz, starkes Zittern, Schlaflosigkeit, ungewollter Gewichtsverlust oder starkes Schwitzen auftreten. Das können Zeichen einer zu hohen Dosis sein, und gerade bei älteren Menschen und bei Herzerkrankungen ist das nicht harmlos.
In die Notaufnahme eines Spitals gehören ausgeprägte Verlangsamung mit Verwirrtheit, starke Unterkühlung, sehr langsamer Puls, Atemstörungen oder Bewusstseinstrübung bei bekannter Unterfunktion: Ein solcher Zustand ist selten, aber lebensbedrohlich. Wählen Sie dann die Rettung unter 144.
Zeitnah ärztlich abklären lassen sollten Sie außerdem einen rasch wachsenden Knoten am Hals, Heiserkeit ohne Erkältung, Schluckbeschwerden, Atemnot im Liegen sowie eine neu aufgetretene Schwellung im vorderen Halsbereich. Und ein besonderer Hinweis für Frauen: Bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft ändert sich der Bedarf, deshalb gehört die Kontrolle dort früh und engmaschig.
Kinderwunsch und Schwangerschaft
Die Schilddrüse spielt für Fruchtbarkeit und Schwangerschaft eine größere Rolle, als vielen bewusst ist. Eine unbehandelte Unterfunktion kann den Zyklus stören und ist mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen verbunden. Deshalb ist laut Gesundheitsportal bei unerfülltem Kinderwunsch und zu Beginn einer Schwangerschaft eine Untersuchung der Schilddrüse wesentlich. In der Schwangerschaft wird der TSH-Wert laut Fachinformation in jedem Schwangerschaftsdrittel bestimmt und mit eigenen, für das jeweilige Drittel geltenden Referenzbereichen verglichen.
Der Hormonbedarf kann in der Schwangerschaft steigen, mitunter schon früh; erhöhte TSH-Werte können laut Fachinformation bereits in der 4. Schwangerschaftswoche auftreten. Frauen, die bereits Levothyroxin einnehmen, sollten deshalb umgehend Kontakt mit ihrer betreuenden Ärztin oder ihrem betreuenden Arzt aufnehmen, sobald sie schwanger sind, damit die Dosis angepasst und der Wert engmaschig kontrolliert wird.
Auch nach der Geburt ändert sich der Bedarf wieder: Laut Fachinformation wird die Dosis unmittelbar nach der Geburt auf die Dosis vor der Schwangerschaft zurückgestellt und der TSH-Wert 6 bis 8 Wochen später bestimmt. Einige Frauen entwickeln nach der Geburt eine Schilddrüsenentzündung, die ausheilen oder in eine meist dauerhafte Unterfunktion übergehen kann. Das Stillen ist unter Levothyroxin möglich; die Mengen, die in die Muttermilch übergehen, reichen im empfohlenen Dosisbereich laut Fachinformation nicht aus, um beim Säugling eine Überfunktion auszulösen. Für diesen gesamten Abschnitt gilt: Die Betreuung gehört in persönliche ärztliche Hände; eine Beurteilung anhand eines Fragebogens reicht dafür nicht aus.
Jod, Selen und Ernährung: was belegt ist
Jod ist Baustein der Schilddrüsenhormone, und eine ausreichende Zufuhr über jodiertes Speisesalz, Milchprodukte und Seefisch ist sinnvoll. Zusätzliche hochdosierte Jodpräparate sind bei einer Unterfunktion durch Autoimmunerkrankung dagegen nicht angezeigt und können schaden: Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis ist laut Gesundheitsportal auf eine eingeschränkte Jodzufuhr zu achten, besondere Vorsicht gilt bei jodhaltigen Medikamenten und Kontrastmitteln; Ausnahmen wie die Schwangerschaft legt die betreuende Ärztin oder der betreuende Arzt fest.
Selen wird häufig empfohlen. Die Datenlage zeigt bestenfalls einen Effekt auf Antikörperwerte, ohne dass daraus ein belegter Nutzen für den Verlauf oder die Beschwerden folgt. Eine dauerhafte Einnahme ohne nachgewiesenen Mangel ist deshalb nicht zu empfehlen, zumal eine Überdosierung möglich ist.
Von speziellen Schilddrüsendiäten, etwa strengem Verzicht auf Kohlgemüse oder Gluten ohne nachgewiesene Zöliakie, hält die Evidenz wenig. Sinnvoll sind eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und ausreichender Schlaf. Wer Nahrungsergänzungsmittel nimmt, sollte sie erwähnen, denn Biotin in hoher Dosis kann Laborwerte der Schilddrüse verfälschen und zu falschen Schlüssen führen.
Wie lange muss ich Levothyroxin nehmen?
Bei der häufigsten Ursache, der Autoimmunerkrankung, sowie nach Operation oder Radiojodbehandlung ist die Einnahme in aller Regel dauerhaft, weil die Hormonproduktion nicht zurückkehrt. Das ist kein Grund zur Sorge: Ersetzt wird ein körpereigener Stoff, und bei richtiger Einstellung ist die Lebenserwartung nicht eingeschränkt.
Je nach Ursache wird die Behandlung laut Gesundheitsportal eine Zeit lang oder ein Leben lang fortgeführt. Zeitlich begrenzt sein kann sie bei einigen Formen; geht eine Schilddrüsenentzündung nach der Geburt in eine Unterfunktion über, ist diese dagegen meist dauerhaft. Ob ein Auslassversuch sinnvoll ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt anhand von Ursache, Werten und Verlauf; im Alleingang beendet wird die Einnahme nicht.
Praktisch heißt Dauertherapie vor allem eines: Die Verordnung muss rechtzeitig erneuert werden, damit keine Lücke entsteht. Für eine Folgeverordnung sind der aktuelle TSH-Wert, die bisherige Dosis und das bisherige Präparat entscheidend. Fehlt ein aktueller Laborbefund, ist zuerst eine Kontrolle nötig, weil ohne Wert weder die Dosis bestätigt noch geändert werden kann.
Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Was in Ihrem Fall richtig ist, klärt dieser Überblick nicht; das kann nur eine Ärztin oder ein Arzt beurteilen.
Warum muss Levothyroxin nüchtern eingenommen werden?
Nahrung und bestimmte Präparate können laut Gesundheitsportal die Aufnahme des Wirkstoffs aus dem Darm vermindern. Deshalb wird Levothyroxin etwa eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit Wasser eingenommen, alternativ abends vor dem Schlafengehen mit leerem Magen. Präparate mit Eisen, Kalzium oder Aluminium nehmen Sie laut Fachinformation frühestens zwei Stunden nach Levothyroxin ein, Colestyramin frühestens vier bis fünf Stunden danach.
Welche Symptome hat eine Schilddrüsenunterfunktion bei Frauen?
Neben Müdigkeit, Kältegefühl, Gewichtszunahme, trockener Haut und Haarausfall nennt das Gesundheitsportal bei Frauen Menstruations- und Fruchtbarkeitsprobleme. Eine Unterfunktion kann Empfängnisstörungen verursachen; bei unerfülltem Kinderwunsch und zu Beginn einer Schwangerschaft wird die Schilddrüse deshalb untersucht. Einige Wochen oder Monate nach einer Geburt kann außerdem eine Schilddrüsenentzündung auftreten.
Nimmt man mit Levothyroxin ab?
Bei richtig eingestellter Dosis normalisiert sich der Stoffwechsel, und eine krankheitsbedingte Gewichtszunahme kann teilweise zurückgehen. Ein Mittel zur Gewichtsabnahme ist Levothyroxin nicht; eine zu hohe Dosis schadet Herz und Knochen und wird deshalb nicht zu diesem Zweck eingesetzt.
Wie oft wird der TSH-Wert kontrolliert?
Nach Beginn der Behandlung oder nach einer Dosisänderung erst dann, wenn die neue Dosis einige Wochen unverändert eingenommen wurde; laut Gesundheitsportal wird die Dosis gegebenenfalls zwei bis drei Monate nach Therapiebeginn angepasst, und bei stabiler Einstellung werden die Werte zumindest einmal im Jahr kontrolliert. Zusätzliche Kontrollen sind sinnvoll bei Präparatewechsel, bei neuen Beschwerden und bei Kinderwunsch; in der Schwangerschaft wird der Wert laut Fachinformation in jedem Schwangerschaftsdrittel bestimmt.
Was passiert, wenn ich eine Tablette vergesse?
Eine vergessene Einnahme fällt kaum ins Gewicht, weil der Wirkstoff lange im Körper bleibt. Nehmen Sie die nächste Dosis wie gewohnt; die doppelte Menge ist nicht sinnvoll. Häufen sich vergessene Einnahmen, wird der Laborwert unzuverlässig und die Einstellung schwierig.
Kann ich ein Rezept für Levothyroxin online erhalten?
Ja, nach ärztlicher Beurteilung; ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Am einfachsten ist es, wenn die Behandlung bereits läuft, die Dosis stabil ist und ein aktueller TSH-Wert vorliegt. Soll die Behandlung erst beginnen, braucht es eine mit Laborwerten gesicherte Diagnose. Ohne Laborbefund, bei neuen Beschwerden, bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft ist zuerst eine Kontrolle in einer Ordination nötig. Eine Telekonsultation gibt es nicht: Sie beantworten einen medizinischen Fragebogen, und der Arzt beurteilt Ihre Angaben schriftlich.
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreich: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Symptome, Ursachen und Behandlung
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreich: Schilddrüse, Formen der Schilddrüsenentzündung und Post-partum-Thyreoiditis
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreich: Laborwert TSH (Referenzwerte)
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreich: Laborwert Thyroxin, T4 und fT4 (Referenzwerte)
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreich: Laborwert Trijodthyronin, T3 und fT3 (Referenzwerte)
- Fachinformation Euthyrox 100 Mikrogramm Tabletten (BASG, Abschnitte 4.4, 4.5, 4.6 und 4.8)