Symbicort: Budesonid und Formoterol richtig anwenden
Symbicort verbindet das Kortikosteroid Budesonid mit dem langwirksamen Bronchienerweiterer Formoterol. Es wird bei Asthma als tägliche Dauertherapie verwendet, in bestimmten Stärken auch als Bedarfsinhalation, und bei COPD. In Österreich ist Symbicort als Pulverinhalator Turbohaler in drei Stärken sowie als Dosieraerosol zugelassen und rezeptpflichtig. Diese Seite erklärt Stärken, Dosierung laut Fachinformation, die Bedienung des Turbohalers und die Unterschiede zu Foster.
Wirkstoffe und Wirkung
Budesonid wirkt in den Atemwegen dosisabhängig entzündungshemmend und verringert so Beschwerden und Asthma-Exazerbationen. Formoterol entspannt die Muskulatur der Bronchien; die Wirkung setzt laut Fachinformation innerhalb von 1 bis 3 Minuten ein und hält nach einer Einzeldosis mindestens 12 Stunden an. Die Eigenschaften der beiden Wirkstoffe erlauben es laut Fachinformation, die Kombination nicht nur täglich, sondern in bestimmten Stärken auch bei akuten Beschwerden zu inhalieren.
Die erste Zahl im Namen ist die Menge Budesonid in Mikrogramm, die zweite die Menge Formoterol, jeweils in der Dosis, die das Mundstück verlässt. Der Symbicort Turbohaler 160/4,5 gibt also pro Inhalation 160 Mikrogramm Budesonid und 4,5 Mikrogramm Formoterol ab. Als einzigen sonstigen Bestandteil enthält er Lactose mit geringen Mengen Milchprotein; bei einer Überempfindlichkeit dagegen darf er laut Fachinformation nicht angewendet werden. Einen Überblick über die übrigen Asthma-Medikamente gibt die Seite Asthma.
Zugelassene Anwendung und Stärken
Symbicort ist für die regelmäßige Behandlung von Asthma zugelassen, wenn eine Kombination aus inhalativem Kortikosteroid und langwirksamem Bronchienerweiterer zweckmäßig ist: bei Asthma, das mit Kortisonspray und Bedarfsspray nicht ausreichend eingestellt ist, und bei Menschen, die mit beiden Wirkstoffen bereits gut eingestellt sind. Die Stärken 160/4,5 und 320/9 sind zusätzlich bei COPD ab 18 Jahren zugelassen, wenn das FEV1 nach Bronchienerweiterung unter 70 Prozent des Normwerts liegt und trotz regelmäßiger Therapie Exazerbationen aufgetreten sind. Für den Beginn einer Asthmabehandlung ist Symbicort nicht bestimmt, und während einer Exazerbation soll die Behandlung nicht begonnen werden.
Im Arzneispezialitätenregister ist neben den drei Turbohaler-Stärken ein Symbicort-Dosieraerosol 80/2,25 eingetragen; für das Dosieraerosol 160/4,5 ist die Einstellung des Vertriebs gemeldet. Den Turbohaler 160/4,5 gibt es laut Fachinformation in Packungen zu 60 und 120 Inhalationen.
| Turbohaler | Asthma laut Fachinformation | Erhaltungs- und Bedarfstherapie | COPD |
|---|---|---|---|
| Symbicort mite 80/4,5 | ab 6 Jahren, nicht bei schwerem Asthma | ab 12 Jahren | kein Anwendungsgebiet |
| Symbicort 160/4,5 | ab 12 Jahren | ab 12 Jahren | ab 18 Jahren |
| Symbicort forte 320/9 | ab 12 Jahren | nein, nur Erhaltungstherapie | ab 18 Jahren |
Dosierung laut Fachinformation
Die Dosis bestimmt die behandelnde Ordination und stellt sie auf die niedrigste wirksame Menge ein. Die Tabelle zeigt die Werte für den Turbohaler 160/4,5. In der Erhaltungs- und Bedarfstherapie wird bei Beschwerden 1 zusätzliche Inhalation genommen und, wenn die Beschwerden nach einigen Minuten anhalten, eine weitere. Mehr als 6 Inhalationen auf einmal sind nie vorgesehen. Mehr als 8 Inhalationen pro Tag sind normalerweise nicht nötig; zeitweise sind bis zu 12 möglich, dann soll die Behandlung jedoch ärztlich neu beurteilt werden. Für Symbicort forte nennt die Fachinformation bei Erwachsenen 1 Inhalation zweimal täglich, manche brauchen bis zu 2 zweimal täglich, für Symbicort mite bei Kindern ab 6 Jahren 2 Inhalationen zweimal täglich.
Wer Symbicort nur als Erhaltungstherapie verwendet, braucht ein eigenes schnell wirksames Bedarfsspray, etwa mit Salbutamol. Ein zunehmender Gebrauch dieses Sprays zeigt laut Fachinformation eine Verschlechterung an und erfordert eine Neubewertung der Therapie. Die vorbeugende Anwendung von Symbicort vor Belastung oder Allergenkontakt soll ärztlich besprochen werden.
| Anwendung | Erwachsene | Jugendliche von 12 bis 17 Jahren |
|---|---|---|
| Asthma, Erhaltungstherapie | 1 bis 2 Inhalationen zweimal täglich, manche brauchen bis zu 4 zweimal täglich | 1 bis 2 Inhalationen zweimal täglich |
| Asthma, Erhaltungs- und Bedarfstherapie | 2 Inhalationen pro Tag, je 1 morgens und abends oder 2 morgens oder abends, manche brauchen 2 zweimal täglich; bei Beschwerden je 1 zusätzliche | wie Erwachsene |
| COPD | 2 Inhalationen zweimal täglich | nicht zugelassen |
Turbohaler richtig anwenden
Der Turbohaler ist ein Pulverinhalator, den der eigene Atemzug antreibt; es kommt also auf einen kräftigen und tiefen Atemzug an. Ein neuer Turbohaler wird vor der ersten Anwendung vorbereitet: Kappe abschrauben, das Gerät aufrecht halten und das rote Dosierrad zweimal bis zum Anschlag in eine Richtung und wieder zurück drehen. Gereinigt wird das Mundstück einmal pro Woche außen mit einem trockenen Tuch, nie mit Wasser. Für jede Inhalation gilt:
- Schutzkappe abschrauben und den Turbohaler aufrecht halten, das rote Dosierrad zeigt nach unten.
- Das Gerät in der Mitte halten, nicht am Mundstück, und das Dosierrad bis zum Anschlag in eine Richtung und wieder zurück drehen; dabei ist ein Klicken zu hören. Nur laden, wenn Sie gleich inhalieren.
- Vom Gerät abgewandt sanft ausatmen, nie in den Turbohaler hinein.
- Das Mundstück zwischen die Zähne nehmen, mit den Lippen umschließen, nicht darauf beißen, und so tief und kräftig wie möglich durch den Mund einatmen.
- Den Turbohaler absetzen und sanft ausatmen; für eine zweite Inhalation die Schritte wiederholen.
- Die Kappe wieder fest aufschrauben und nach der morgendlichen und abendlichen Dosis den Mund mit Wasser ausspülen und das Wasser ausspucken.
Nebenwirkungen von Symbicort
Am häufigsten sind laut Fachinformation die typischen Wirkungen von Formoterol, also Zittern und Herzklopfen. Sie sind meist leicht und verschwinden üblicherweise innerhalb weniger Behandlungstage. Ebenfalls häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind Pilzinfektionen in Mund und Rachen, Kopfschmerzen, eine leichte Rachenreizung, Husten und Heiserkeit, bei COPD außerdem Lungenentzündungen. Gelegentlich werden unter anderem Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen, Aggression, Schwindel, Übelkeit, ein beschleunigter Puls, Muskelkrämpfe, Blutergüsse und verschwommenes Sehen berichtet.
Das Ausspülen des Mundes nach der Erhaltungsdosis senkt das Risiko für Pilzinfektionen; kommt es dennoch dazu, spülen Sie auch nach den Bedarfsinhalationen aus. Ein paradoxer Bronchospasmus, also stärkeres Keuchen und mehr Atemnot direkt nach der Inhalation, ist sehr selten und muss umgehend behandelt werden: Symbicort wird abgesetzt und die Behandlung ärztlich neu beurteilt. Bei hohen Dosen über lange Zeit kann Budesonid im ganzen Körper wirken, etwa auf Nebennieren, Knochendichte und Augen und bei Kindern auf das Wachstum; deshalb wird die niedrigste wirksame Dosis angestrebt.
Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit
Starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol, Clarithromycin und HIV-Proteasehemmer erhöhen den Budesonidspiegel deutlich. Die gleichzeitige Anwendung soll vermieden werden, und für die Erhaltungs- und Bedarfstherapie ist Symbicort dann nicht geeignet. Betablocker, auch in Augentropfen, können die Wirkung von Formoterol schwächen. Vorsicht gilt bei Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, bei MAO-Hemmern und bei Narkosen mit halogenierten Kohlenwasserstoffen. Theophyllin, Kortison und Entwässerungsmittel können einen niedrigen Kaliumspiegel verstärken. Besondere Vorsicht nennt die Fachinformation bei Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, schweren Herzkrankheiten und stark erhöhtem Blutdruck.
In der Schwangerschaft wird Symbicort nur angewendet, wenn der Nutzen die möglichen Risiken überwiegt, und dann in der niedrigsten Dosis, die das Asthma kontrolliert. Laut Fachinformation zeigen Daten von rund 2.000 Schwangeren kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko durch inhaliertes Budesonid. Budesonid geht in die Muttermilch über, in therapeutischen Dosen sind aber keine Auswirkungen auf das gestillte Kind zu erwarten; ob Formoterol übergeht, ist nicht bekannt, daher wird in der Stillzeit abgewogen.
Symbicort oder Foster: die Unterschiede
Beide Präparate verbinden ein inhalatives Kortikosteroid mit Formoterol, beide sind für die tägliche Asthmabehandlung und in bestimmten Stärken für die Erhaltungs- und Bedarfstherapie zugelassen. Die Unterschiede liegen im Kortikosteroid, in den Geräten und in den Altersgrenzen. Welches Präparat passt, hängt auch davon ab, welches Gerät Sie sicher bedienen. Ein Wechsel ist eine ärztliche Entscheidung, weil Dosis und Technik neu festgelegt werden. Mehr zum Vergleichspräparat steht auf der Seite zu Foster.
| Merkmal | Symbicort | Foster |
|---|---|---|
| Kortikosteroid | Budesonid | Beclometasondipropionat in extrafeinen Teilchen |
| Langwirksamer Bronchienerweiterer | Formoterol | Formoterol |
| Geräte | Turbohaler (Pulver), außerdem ein Dosieraerosol | Spray (Lösung) und NEXThaler (Pulver) |
| Erhaltungs- und Bedarfstherapie | Turbohaler 80/4,5 und 160/4,5, ab 12 Jahren | 100/6, ab 18 Jahren |
| Asthma bei Kindern | Symbicort mite ab 6 Jahren | keine Dosierungsempfehlung unter 18 Jahren |
| COPD | 160/4,5 und 320/9, FEV1 unter 70 Prozent | 100/6, FEV1 unter 50 Prozent |
| Höchstmenge in der Erhaltungs- und Bedarfstherapie | normalerweise 8, zeitweise bis 12 Inhalationen pro Tag (160/4,5) | 8 Inhalationen pro Tag (100/6) |
| Lagerung | keine besonderen Bedingungen (Turbohaler) | Spray nach der Abgabe höchstens 3 Monate bei höchstens 25 Grad |
Rezept für Symbicort in Österreich
Symbicort ist in allen Formen rezeptpflichtig, und die Fachinformation vermerkt: wiederholte Abgabe verboten. Auf dasselbe Rezept darf Symbicort nach § 4 Abs. 2 Rezeptpflichtgesetz nur dann ein weiteres Mal abgegeben werden, wenn auf dem Rezept die wiederholte Abgabe ausdrücklich angeordnet ist; andernfalls ist für jede weitere Abgabe eine neue Verschreibung nötig. Mit Budesonid und Formoterol sind außerdem unter anderem DuoResp Spiromax und BiResp Spiromax zugelassen, die ein anderes Gerät als den Turbohaler verwenden.
Bei bekanntem, stabilem Asthma und laufender Behandlung mit Symbicort kann ein Folgerezept online angefragt werden, über die Seite Folgerezept oder den Button auf dieser Seite. Der Arzt prüft Ihren Fragebogen und fordert fehlende Unterlagen an. Ist die Beurteilung positiv, kommt das Rezept als PDF per E-Mail; in der Apotheke legen Sie es spätestens einen Monat nach dem Ausstellungsdatum vor. Die Krankenkasse erstattet es nicht, das Arzneimittel bezahlen Sie selbst, und ob die Apotheke es einlöst, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker. Für Kinder und Jugendliche ist eine Anfrage nicht möglich.
Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Was in Ihrem Fall richtig ist, klärt dieser Überblick nicht; das kann nur eine Ärztin oder ein Arzt beurteilen.
Ist Symbicort ein Notfallspray?
Ja, aber nur, wenn Ihr Therapieplan die Erhaltungs- und Bedarfstherapie mit dem Turbohaler 80/4,5 oder 160/4,5 vorsieht. Dann nehmen Sie bei Beschwerden 1 zusätzliche Inhalation. Symbicort forte 320/9 ist nur für die Erhaltungstherapie bestimmt. Bei einem schweren Anfall, bei dem Sprechen kaum mehr möglich ist, rufen Sie 144.
Wie viele Hübe Symbicort am Tag?
Beim Turbohaler 160/4,5 sind es in der Erhaltungstherapie meist 1 bis 2 Inhalationen zweimal täglich. In der Erhaltungs- und Bedarfstherapie sind mehr als 8 Inhalationen pro Tag normalerweise nicht nötig, zeitweise bis zu 12; nie mehr als 6 auf einmal. Maßgeblich ist Ihr ärztlicher Therapieplan.
Wie erkenne ich, dass der Symbicort Turbohaler leer ist?
Die Dosisanzeige ist in Zehnerschritten markiert. Erscheint zum ersten Mal eine rote Markierung, sind noch etwa 20 Dosen übrig; die letzten 10 erscheinen auf rotem Hintergrund. Steht die 0 auf rotem Grund in der Mitte des Fensters, brauchen Sie einen neuen Turbohaler. Das Dosierrad dreht und klickt auch dann noch.
Warum schmecke ich beim Turbohaler nichts?
Die abgegebene Pulvermenge ist sehr gering. Haben Sie die Schritte der Anleitung befolgt, ist die Dosis laut Gebrauchsinformation trotzdem in der Lunge angekommen. Das Geräusch beim Schütteln stammt vom Trockenmittel, nicht vom Arzneimittel, und sagt nichts über den Füllstand.
Ist Symbicort rezeptfrei erhältlich?
Nein. Symbicort ist in Österreich in allen Stärken rezept- und apothekenpflichtig, ebenso andere Präparate mit Budesonid und Formoterol.
Kann ich von Symbicort auf Foster wechseln?
Nur nach ärztlicher Entscheidung. Die beiden Präparate enthalten unterschiedliche Kortikosteroide, werden mit anderen Geräten inhaliert und haben andere Altersgrenzen, daher werden Dosis und Technik bei einem Wechsel neu festgelegt.
- Fachinformation Symbicort Turbohaler 160/4,5 Mikrogramm (BASG, Abschnitte 4.1 bis 4.8, 5.1 und 6.5)
- Gebrauchsinformation Symbicort Turbohaler 160/4,5 Mikrogramm (BASG, Abschnitt 3: Anwendung des Turbohalers)
- Fachinformation Symbicort forte Turbohaler 320/9 Mikrogramm (BASG, Abschnitte 4.1 und 4.2)
- Fachinformation Symbicort mite Turbohaler 80/4,5 Mikrogramm (BASG, Abschnitte 4.1 und 4.2)
- Fachinformation Foster 100/6 Mikrogramm Druckgasinhalation (BASG, Abschnitte 4.1, 4.2 und 6.4, für den Vergleich)
- Rezeptpflichtgesetz, § 4: Gültigkeit und wiederholte Abgabe (RIS)